Liquids selbst mischen: Basis, Aroma & Mischverhältnis (mit Rechner)

Eigene Liquids zu mischen ist günstiger, flexibler und macht Spaß: Du bestimmst Geschmack, Dampfverhalten und Nikotinstärke selbst. Damit das Ergebnis schmeckt, brauchst du nur drei Bausteine – eine Basis, ein Aroma und optional einen Nikotinshot – plus das passende Mischverhältnis. Diese Anleitung erklärt Schritt für Schritt, wie alles zusammenspielt, und zeigt dir die Rechner-Logik dahinter.
Die Basis: PG und VG im richtigen Verhältnis
Die Basis ist die nikotinfreie Trägerflüssigkeit und macht den größten Teil deines Liquids aus. Sie besteht aus Propylenglykol (PG) und pflanzlichem Glycerin (VG). PG transportiert Geschmack und sorgt für ein spürbares Kratzen im Hals (Throat Hit), VG erzeugt mehr Dampf und einen weicheren Zug.
- 50/50 (VG/PG): Universell, passt in nahezu jede E-Zigarette.
- 30/70 (VG/PG): Ideal fürs Backendampfen (MTL) mit straffem Zug.
- 70/30 (VG/PG): Mehr Dampf für Sub-Ohm- und Lungendampfer (DL).
Welches Verhältnis zu dir passt, hängt vom Zugverhalten ab. Wenn du den Unterschied noch nicht kennst, hilft dir unser Beitrag zu MTL vs. DL weiter.
Das Aroma: Dosierung beachten
Aromen sind hochkonzentriert und werden in kleinen Mengen zugegeben. Üblich ist eine Dosierung von 5 bis 15 %, abhängig von Sorte und Hersteller. Verbindlich ist immer die Dosierempfehlung auf der Aroma-Flasche.
- 5 % = 0,5 ml Aroma auf 9,5 ml Basis (ergibt 10 ml)
- 8 % = 0,8 ml Aroma auf 9,2 ml Basis (ergibt 10 ml)
Tendenziell brauchen fruchtige Aromen weniger, cremige und süße Sorten oft etwas mehr. Mische lieber etwas sparsamer an – nachdosieren geht, herausnehmen nicht.
Longfill und Shake-and-Vape: das einfache Prinzip
Beim Longfill ist das Aroma bereits vordosiert in einer übergroßen Flasche abgefüllt. Bei einer 10/60-Flasche stecken 10 ml Aromakonzentrat in einer 60-ml-Flasche – du füllst nur noch mit 50 ml Basis auf, schüttelst, fertig. Das macht Longfills besonders einsteigerfreundlich.
Shake-and-Vape (auch Shortfill) folgt demselben Gedanken: überaromatisiertes Liquid in einer großen Flasche, das du durch Auffüllen auf Sollmenge bringst. Schütteln und meist direkt dampfbar.
Nikotinshots: Stärke selbst bestimmen
Wer Nikotin möchte, gibt einen Nikotinshot hinzu. In Deutschland sind Shots auf maximal 20 mg/ml in 10-ml-Flaschen begrenzt (TPD2-Vorgabe). Der Shot zählt zur Füllmenge – ersetzt also einen Teil der Basis.
Beispiel: Ein 20-mg/ml-Shot (10 ml) in einer 60-ml-Flasche ergibt rund 3,3 mg/ml im fertigen Liquid (200 mg verteilt auf 60 ml). Wer weniger will, nutzt einen schwächeren Shot.
Mischverhältnis & Rechner-Logik
Die Formel für die Shot-Menge ist einfach:
- Zielstärke × Gesamtmenge ÷ Shot-Stärke = benötigte Shot-Menge (ml)
Beispiel für 3 mg/ml in 60 ml mit einem 20-mg/ml-Shot: 3 × 60 ÷ 20 = 9 ml Shot. Den Rest füllst du mit Basis und Aroma auf. Unser Liquid-Rechner nimmt dir diese Rechnung ab und zeigt dir die exakten Milliliter aller Komponenten an.
Reifezeit (Steeping)
Manche Liquids schmecken nach einer kurzen Reifezeit runder. Fruchtige Sorten kannst du oft sofort dampfen, cremige und süße profitieren von 2 bis 7 Tagen. Beschleunigen kannst du das durch mehrmaliges Schütteln bei Zimmertemperatur. Shake-and-Vape-Liquids brauchen in der Regel keine Reifezeit.
Häufige Fragen
Wie viel Aroma muss ins Liquid?
Üblich sind 5 bis 15 %. Maßgeblich ist die Dosierempfehlung des Herstellers auf der Flasche. Lieber etwas sparsamer mischen und bei Bedarf nachdosieren.
Wie viele Nikotinshots brauche ich?
Das hängt von Zielstärke und Gesamtmenge ab. Faustformel: Zielstärke × Gesamtmenge ÷ Shot-Stärke. Ein 20-mg/ml-Shot in 60 ml ergibt rund 3,3 mg/ml.
Welche Basis ist die richtige?
50/50 passt fast überall, 30/70 (VG/PG) eignet sich fürs Backendampfen, 70/30 für mehr Dampf beim Lungenzug. Die Wahl richtet sich nach deinem Zugverhalten.
Muss ich Liquid reifen lassen?
Nicht zwingend. Fruchtige Aromen sind oft sofort gut, cremige profitieren von 2 bis 7 Tagen Reifezeit. Shake-and-Vape ist direkt dampfbar.
Selbst mischen ist mit ein wenig Übung schnell Routine – und du hast volle Kontrolle über Geschmack, Dampf und Nikotinstärke. Wenn du dich beim Thema Liquid generell noch unsicher fühlst, hilft dir der Beitrag das richtige Liquid finden beim Einstieg.
